Robb hat das neue Telefon und wir haben dennoch ein wenig Zeit gefunden auch über andere Themen zu sprechen
Themen
- iPhone Duo: erste Tage: Robb hat sein Duo seit Freitag — um 8 Uhr morgens im Apple Store abgeholt. Touch ID funktioniert für ihn problemlos, und sein Fazit nach zwei Tagen: die Kompromisse sind es wert.
- Mattes Display und Crease: Alle Reviews schwärmen vom matten Innendisplay, aber der Kontrast und der Schwarzwert sind ein spürbarer Rückschritt — draußen im Park liest es sich deutlich schlechter. Der Crease wird durch die Matte gut kaschiert, ist aber fühlbar („wie über eine Narbe“) und oben stärker als unten; innen sitzt ein Ultra-Thin-Glass-Sandwich, außen Ceramic Shield.
- Drei Integrationsstufen für Apps: Tier 1 sind Apps, die gegen iOS 27.1 linken und Edge-to-Edge laufen; Tier 2 nutzt die Scene APIs und läuft aufgeklappt wie ein iPad-Fenster mit schwarzer Leiste rechts; Tier 3 (Banken, Google Docs) tut nichts davon und sieht entsprechend traurig aus. Dass NetNewsWire sich „Duo-kompatibel“ nennt, weil es gegen 27.1 linkt, kommentiert Robb mit „ihr macht ja auch nichts mit der UI“.
- Zu wenig Werkzeug vor dem Launch: Im Duo-Simulator lagen nur Safari und Settings, also ließen sich Live Activities, Safe Areas und Apples eigene Lösungen vorab nicht prüfen — bei nur rund einem Monat Vorlauf. Robb hat sich stattdessen ein iPad-Simulatorfenster auf Duo-Größe gezogen und hin- und hergeresized.
- Einhand-Bedienung und Navigation: Das äußere Display ist schlechter einhändig zu bedienen als ein klassisches iPhone, und beim Aufklappen wächst der Aktionsradius nicht mit — Robb plädiert deshalb seit iPhone-6-Zeiten dafür, die Navigation nach unten zu holen, statt sie in die obere Ecke zu setzen. Für die Ecken gibt es seit den iPad-Traffic-Lights zusätzliche Corner Insets, und neu sind die Reserved Regions, mit denen Apple die Under-Display-Kamera in der Mitte und den Crease als belegte Flächen meldet — nur setzen lässt sich das per API nicht.
- Liquid Glass wird in iOS 27 zurückgefahren: In vielen Apps zieht das System jetzt eine zusätzliche Kontrast-Linie zwischen Glasbuttons und Content, was mit eingeblendeter Tastatur klaustrophobisch wirkt — und die Linie hängt nicht am Accessibility-Slider. Robb findet Liquid Glass auf iOS 27 dadurch schlechter als vorher und ist froh, dass sie es nicht verwenden.
- Sechs bis sieben Layouts statt einem: Book-, Tent- und Laptop-Mode, dazu Split-Keyboard, alle Orientierungen und die Statusbar, die sich je nach Live Activity nach links ausdehnt — was vorher ein Screen war, sind jetzt mehrere Varianten. Der Wallpaper-/Widget-Screen links vom Homescreen ergibt für Robb erst auf dem Duo Sinn, und das Multitasking hält er für das intuitivste, das er je auf einem Nicht-Mac-Apple-Gerät gesehen hat.
- Review-Schelte: Die Vorab-Reviews (John Gruber, mrwhosetheboss) fand Robb „sehr enttäuschend“ und untereinander austauschbar — erst Zucker für die Einladung, dann künstliche Kritik. Beim Google-Docs-Beispiel („ich habe 2000 Euro für mein Telefon ausgegeben“) fällt nur „cry me a fucking river“, zumal die Deadline für angepasste Screenshots erst im April kommt.
- Apps im Vergleich: Reeder von Silvio Rizzi ist für Robb das Duo-„Match made in heaven“, Overcast von Marco Arment dagegen weird — der Bottom-Player weicht der Safe Area rechts aus, wirkt unbalanced und ignoriert teils die Reserved Regions. Auf dem Telefon nutzt er Indigo von Ben McCarthy (Unified Timeline aus Bluesky und Mastodon), Max ist von Mona zu Ivory gewechselt und nur mittelbegeistert; Castro bleibt als Vergleichsgröße.
- Prognose-Polls aus Mastodon: 78 Leute haben mitgetippt: Apple-Pencil-Support sahen nur 18 % kommen (kommt nachgeliefert, aber nur für die alte Stiftgeneration), Laptop-Mode 23 %, Windowing rund 31 % (kam nicht), Tent-Mode exakt 50/50, IP68 überraschte 76 %, Sidecar kam gar nicht. Größtes offenes Problem: wohin mit dem Stift, wenn das Gerät keinen Platz dafür hat.
- Und das iPad?: Die spannendere Frage ist für die beiden, was der Duo-Formfaktor fürs iPad Mini bedeutet — ein nicht faltbares Gerät mit dem inneren Display wäre ziemlich compelling. Der Vergecast-Take (Apple zeigt damit, wie unzufrieden sie selbst mit dem iPad sind) wird referiert, dazu die Anekdoten: Nintendo 2DS als „Duo ohne Scharnier“ (und The Legend of Zelda: Phantom Hourglass, das Zuklappen verlangte) sowie der Surface Duo von Microsoft als Namensvorgänger mit demselben Zwei-Screen-Problem.
- Paseo als Agent-Multiplexer: Max‘ Wunsch war, eine Session vom Rechner aufs Telefon mitzunehmen — Paseo liefert das als GUI über bestehenden Harnesses (Claude, Codex, Pi, opencode, Amp) inklusive Plugin-System in React Native; er hat sich ein Plugin für Credits und Tokens pro Sekunde gebaut. Schattenseiten: die Workspace-Sidebar ist mit vielen parallelen Sessions unübersichtlich, und Git-Worktrees plus mehrere Instanzen kollidieren auf denselben Ports.
- Agenten und Code-Review: Max hält es für falsch, dass GitHub Copilot erst nach „Ready for Review“ kommentiert und man dann dem Agent erklärt, warum sein Vorschlag schlecht war — AI-Nutzung sei „wie persönliche Hygiene“: gern, aber nicht in Anwesenheit anderer. Sein eigener Flow läuft über Forgejo: Issue anlegen, Plan im Wiki schreiben, Agent setzt um und öffnet einen Pull Request; für Builds missbraucht er einen CI-Worker mit SSH-Daemon und Dauer-Sleep als Wegwerf-VM.
- Eigener Push-Dienst statt Pushover: Robb baut sich auf Basis der Declarative Web Push API einen eigenen Notification-Dienst — Geräte registrieren sich, Webhooks (Agent fertig, Like im Link-Blog) feuern an alle Geräte, gehostet als Cloudflare Worker für 0 Cent. Gegen ntfy.sh und Pushover spricht für ihn, dass die eigene Apps brauchen; Nachteil der PWA-Lösung: sie muss auf dem Homescreen liegen und kann nur http(s)-Links öffnen.
- OurHome und der Agent als zweites Ich: Die Tür-App bekommt Live Activities, und der Agent hat die iOS-App auf Zuruf nach Android portiert (für Kolja) — „ist staunenswert gut geworden“. Aus Faulheit laufen die Umbauten gleich mit, während Max parallel an der nächsten Idee sitzt, was ihn selbst etwas erschreckt.
- Produktivität oder Productivity Theater?: Robb rechnet mit Amdahls Gesetz vor, dass mehr Parallelität nichts bringt, wenn nur 20 % der Arbeit Programmierarbeit sind — und vermisst den Qualitätsgewinn auf der Konsumentenseite: Slack, Overcast, Linear und Indigo sind alle irgendwie wackelig, während Product Hunt mit Generatoren voll ist, die niemand pflegt. Max trauert dafür den Nächten nach, in denen er tief in einem Problem steckte. Robb will zum Schluss mal ScummVM auf dem Duo ausprobieren, weil Point-and-Click-Adventures auf dem großen Display Spaß machen dürften — die ScummVM-Oberfläche sei allerdings „ziemliche Grütze“. Ein Reverse-Engineering-Versuch zu KGB, bei dem die KI die Artworks direkt aus der DOS-exe holen sollte und der in nfm033 noch scheiterte, habe mit neueren Modellen und Harnesses inzwischen „flawless“ geklappt; für solche Point-and-Click-Sachen wünscht er sich ein Trackpad auf der Telefonrückseite.